Musikverein Legau zieht positive Bilanz aus dem Jubiläumsjahr 2017



Am vergangenen Sonntag hielt der Musikverein Legau nach dem 9-Uhr- Gottesdienst, welcher für die verstorbenen Mitglieder des Vereins musikalisch umrahmt wurde, erfolgreich seine Mitgliederversammlung im Musikheim ab.

Eröffnet wurde die Versammlung mit dem Marsch „Deutschmeister-Regiments -Marsch“ von einer kleinen Besetzung. Darauf folgte die Begrüßung durch den Vorstand Stefan Kößler. Neben den beiden Bürgermeistern Franz Abele und Johann Heinle, durfte Kößler Diakon und Ehrenbürger Karl Müller, die Ehrenmitglieder, Förderer, Jungmusikanten des Vereins und Interessierte begrüßen. Es folgte das Totengedenken mit der „Hymne an die Freundschaft“ und die Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte.

Schriftführerin Eva-Maria Heckelsmüller verlas das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung. Aktuell zählt der Verein 64 aktive Musiker/innen, 15 Ehrenmitglieder, 53 Jungmusikanten und 173 fördernde Mitglieder. Neuzugänge im Jahre 2017 waren Franziska Unsöld an der Trompete und Matthias Hiemer am Tenorhorn. Mit rund 65 Auftritten weltlicher und kirchlicher Art, ließ die Schriftführerin das sehr intensive Auftritts-Jahr Revue passieren.

Im Anschluss folgte der Bericht der Schatzmeisterin Regina Gorek. Sie konnte trotz wieder hoher Instrumenten- und Trachteninvestitionen ein Plus in der Vereinskasse verbuchen. Dies ist dem sehr gut besuchten Festzelt zum Jubiläum, speziell dem Freitag-Abend und Sonntag, zu verdanken. Die Kasse wurde von Schwarz Ludwig und Edmund Franz geprüft und die Versammlung konnte die Kassiererin mit Vorstandschaft entlasten.

Mathias Sauter, Jugendleiter des Vereins, berichtete über die aktuelle Ausbildung im Verein und Auftritte der Jungmusikanten. Zum ersten Mal führte man die Juniorprüfung im Illerwinkel durch, die alle Teilnehmer bestanden haben. Durch die positive Resonanz wird diese auch zukünftig abgehalten. Das Leistungsabzeichen D1 hat Gabriel Dorn und D2 Sofie Landerer erfolgreich bestanden. Sie erhielten die Urkunde des ASM und eine Anstecknadel. Beim alljährlichen Schnuppertag 2017 konnte man sieben Jungmusikanten für die Blasmusik begeistern, sie haben inzwischen die Ausbildung im Verein begonnen.

Es folgte der Dirigentenbericht von Roland Heinle. Er bedankte sich zu Beginn bei allen Musiker/innen, seinen Stellvertretern Franz Bufler und Simon Grotz und der Vorstandschaft für den guten Zusammenhalt und Rückhalt, war doch das letzte Jahr durch seine Erkrankung schwierig und zudem auch noch sehr auftrittsintensiv. Es freut ihn sehr, dass das Jubiläumskonzert dann im Herbst nachgeholt werden konnte und ein voller Erfolg war, trotz kurzer Vorbereitungsphase. So lobte er das sehr gute Zusammenspiel der Kapelle. Weitere musikalische Höhepunkte waren für ihn die Musikantenhochzeit und der Stimmungsabend auf dem Marktplatzfest. Inzwischen befindet sich die Kapelle in der Vorbereitungsphase für das heurige Osterkonzert, welches wieder traditionell am Ostersonntag in der Turnhalle in Legau stattfindet. Bei seinem Ausblick auf das kommende Vereinsjahr freue er sich schon auf die zahlreichen Abend-Auftritte. Es ist für die Kapelle eine neue Herausforderung, ein komplettes Abendprogramm mit Stimmungsmusik auszuarbeiten und vorzutragen.

Stefan Kößler ließ das Vereinsjahr aus Sicht des Vorstands Revue passieren. Er durfte den Probenfleißigsten Carolin Briechle und Johannes Sauter (beide 100 %) ein Präsent überreichen. Er mahnte die Musikanten zur bessern Probendisziplin „da ist noch Luft nach oben“. Verabschieden musste er Claudia Gambach nach 26 Jahren an der Klarinette. Auch sie bekam ein Präsent und Blumen, mit dem Dank für das Geleistete, überreicht. Anschließend ging er auf einzelne wichtige Ereignisse im vergangen Jahr ein. Das Jubiläumskonzert, bei welchem er Ignaz Steinle nach 58 Jahren an der Posaune verabschiedet und gleich zum Ehrenmitglied ernennen durfte. Und die sehr besondere Ehrung für 70 Jahre aktives Musizieren von Michael Haug, auch er wurde zum Ehrenmitglied es Vereins ernannt. Die vielen Auftritte im „eigenen Dorf“ bei Stimmungsmusik und Frühschoppen sind ebenfalls erwähnenswert. Auch blickte er auf das sehr erfolgreiche Jubiläums-Festzelt zurück. Gerade der Sonntag mit dem Festgottesdienst um 9.30 Uhr in der Lehenbühlkirche kam sehr gut bei den Besuchern an – vielleicht lässt sich dies in der heurigen Gottesdiensteinteilung wieder vereinbaren. Er ist immer wieder fasziniert, wie „schnell“ das Zelt am Sonntag Abend durch viele Hände ausgeräumt ist. In diesem Zuge danke er seinen Musiker/innen für den großen Einsatz, dass einfach jeder nochmals anpackt. In seinem Ausblick auf 2018 freut er sich auf das Konzert und die Abend-Auftritte in Treherz, Wuchzenhofen und dem Blasmusik-Cup in Maria Steinbach. Auch wird die Kapelle beim Bezirksmusikfest in Altusried beim Sternmarsch und am Festumzug teilnehmen. Er lud die Versammlung auch zum diesjährigen Festzelt ein. Am Freitag, 6.7., mit „DJ Tonic“ von Bayern 3; Samstag, 7.7., mit den „Allgäu Yetis“ und am Sonntag mit der MK Wuchzenhofen und der JuKa Illerwinkel. Zum Schluss dankte er allen stillen Helfern, die das ganze Jahr über ihren Dienst verrichten und für die hervorragende Zusammenarbeit mit seinem Vertreter Julian Schmid und der gesamten Vorstandschaft. Anschließend durfte er noch für 10 Jahre Musizieren Fabiola Schwarz, Katrin Steinle, Michelle Baumann und Antonja Kirchmayer ehren.

Zum letzten Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ überbrachte Bürgermeister Abele Grüße und Dank der Gemeinde. Mit Vorstand Hans Weiß von der Lutz-Breins-Stiftung konnte er wieder dem Verein eine Spende durch die Gewinnausschüttung zusichern. Maibaumvater Reinhold Weiß bedankte sich bei der Kapelle für die vielen reibungslosen Jahre der Zusammenarbeit beim Maibaum-Stellen. Helmut Wiedemann bedankte sich im Namen der Pfarrgemeinde und des Pfarrgemeinderates. Er wusste in seinem Amt in den letzten 20 Jahren, dass immer auf die Kapelle zu zählen ist, wenn es darum ging ein kirchliches Fest musikalisch zu umrahmen. Johann Heinle, 2. Bürgermeister und Ehrenvorstand der Kapelle, bemängelte die schwache Anwesenheit der Legauer Vereinsvorstände an der Versammlung der Kapelle. Ist doch die Kapelle immer bei jedem Anlass, ob kirchlich oder weltlicher Art, zur Stelle. Julian Schmid, 2. Vorstand der Kapelle, bedankte sich abschließend bei Stefan Kößler für sein großes Engagement um den Verein. Zum Schluss der Versammlung spielte die Kleine Besetzung noch ein paar Märsche und Polkas zur Brotzeit.      e.h.


Mit dem Musikverein Legau in 80 Tagen um die Welt – Osterkonzert 2018 –

Ausverkauft! – ein Prädikat, das für Veranstalter und Darsteller stets die größte Anerkennung ist und für Vereine eine großartige Bestätigung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bedeutet. Mit diesem Rückenwind zogen 55 Musikerinnen und Musiker zum traditionellen Osterkonzert in die festlich geschmückte Legauer Turnhalle ein. Unter dem Dirigat von Roland Heinle präsentierte die Legauer Kapelle in nur einem halben Jahr ihren zweiten großen Konzertabend.

Vorstand Stefan Kößler übergab nach seiner Begrüßung das Mikrophon an die Moderatorinnen des Abends: Verena Schmid und Magdalena Hübschke. Erfrischend und locker führten die beiden Musikerinnen durch den Abend – die Hintergrundinformationen zu den Werken und Komponisten ergänzten das Spiel der Kapelle vortrefflich.

Nach „Aufbruch“, der musikalischen Eröffnung in den Abend, wagte sich die Kapelle mit „Klangfusion“ an ein sehr anspruchsvolles Werk des Südtirolers Armin Kofler. Er beschreibt hier seine Heimat Südtirol mit der majestätischen, erhabenen Bergwelt ebenso, wie die Lebensfreude des Bergvolkes. Die Musikerinnen und Musiker arbeiteten diese abwechslungsreichen Stimmungen hervorragend heraus.

„Around the world in 80 days“ – „In 80 Tagen um die Welt“ wettete Phileas Fogg großspurig im gleichnamigen Roman von Jules Verne. Der aufmerksame Konzertbesucher konnte die Reiseroute akustisch verfolgen: schon ein paar Takte aus der Marseillaise verrieten den Aufenthaltsort Frankreich, bevor es weiter nach Italien ging. Dramatisch wurde es immer, wenn die Reisegruppe weiterzog. Mit schlangenbeschwörenden Flöten in Ägypten und elefantös trompetenden Posaunen in Indien durchzog man den Orient, bevor nach einer Stipvisite in China und Japan der Pazifik überquert wurde - schnell auf dem Rücken der Pferde durch die Prärie bevor mit „New York, New York“ die glamouröse Welt des Broadways erreicht wurde. Das Schiffshorn markierte den Abschied aus der neuen Welt und London wurde rechtzeitig erreicht – Wette gewonnen! Ebenso die Legauer Kapelle, die sich in diesem Mammutwerk großartige präsentierte. Selbst die Unruhe, die sich wegen eines lokalen Feuerwehreinsatzes kurzzeitig einstellte, konnte die Musiker nicht aus dem Konzept bringen.

Wer an Abenteuer denkt, der denkt in erster Linie an dramatische Szenen, in denen Helden zu disharmonischen Melodien gefährliche Szenen meistern. Markus Götz beschreibt in seinem Werk „Adventure“ einen ebensolchen Abenteurer, der feststellte, dass das größte Abenteuer, das es zu bestehen gilt, die Liebe ist. Genauso abwechslungsreich wie die Geschichte ist auch deren Intonation: dynamisch, viele Tempiwechsel – ein auf und ab der Gefühle – bravourös gemeistert von der Kapelle.

Es folgten die Konzertmärsche „Alte Kameraden“ und „Schlagzeilen“ bevor die Schlagwerk- und Percussion-Abteilung ihren großen Auftritt hatte: „Fascinating Drums“. Die Percussion-Kollegen um Julian Waizenegger, der das zentrale Drum-Set spielte, machten dem Namen des Stückes alle Ehre und die Herren aus der letzten Reihe standen akustisch ganz im Vordergrund. Das Publikum dankte es mit großem Applaus.

Auf eine KULT-Tour durch die 80er, musikalisch geprägt durch die Neue Deutsche Welle, ging es in dem Medley durch die jüngere Musikgeschichte. Bei „Skandal im Sperrbezirk“, „1.000 mal berührt“ oder dem „Sternenhimmel“ von Hubert Kah summte ein mancher die alten Ohrwürmer mit. Großen Applaus durften auch die Ternorhörner und das Bartionregister für ihre Soloparts in „Goldene Tenorhörner“ entgegennehmen. Die schmissige Polka lebt von den schnellen Läufen und dem warmen Klang der Hörner – die Musikerinnen und Musiker zeigten ganzes Können an ihren Instrumenten.

Vor exakt 22 Jahren bildete eben dieses Stück ebenfalls den Abschluss des Osterkonzertes: „Mars der Medici“. Dieser flotte und zackige Marsch setzte den offiziellen Schlusspunkt hinter einen wiederum gelungenen Konzertabend des Musikvereins Legau.

Vorstand Stefan Kößler dankte in seiner Verabschiedung allen, die zum Gelingen des Konzerts beigetragen haben. Vor allem galt sein Dank dem Dirigenten Roland Heinle, der es wieder verstand, die Kapelle vortrefflich auf das Konzert vorzubereiten – dass die MusikerInnen hierbei ihren Spass hatten war offensichtlich am Konzertabend zu spüren.

Wegen der Störung im ersten Teil wiederholte die Kapelle nochmals das Stück „In 80 Tagen um die Welt“ und auch die vom Publikum geforderten Zugaben „Wenn der Mond scheint“ und „Polka 37“ quittierten die Konzertbesucher mit großem Applaus.  

Ehrungen: Seit 15 Jahren im Dienste des Musikvereins Legau

Josef Grotz und Johannes Sauter wurden während des Osterkonzerts 2018 von Vorstand Stefan Kößler für ihre 15-jährige Treue zur Kapelle geehrt. Das Osterkonzert bildete hierfür den würdigen Rahmen.

Josef Grotz ist der aktuelle Notenwart der Kapelle und Johannes Sauter der Ansprechpartner für die Brauereien bei den Festen, die der Musikverein alljährlich durchführt. Beide sind zudem Beisitzer der Vorstandschaft und gestalten somit auch den Verein wesentlich mit. Herzlichen Dank für dieses große ehrenamtliche Engagement.
















                           


Von links: Julian Schmid (2. Vorstand), Josef Grotz, Johannes Sauter, Stefan Kößler (1. Vorstand) und Roland Heinle (Dirigent).                                

Ehrung-Osterkonzert-2018